GLD Jahrbücher 1835 – 2000 Online

Das „Forum OÖ Geschichte“ hat alle Ausgaben des Jahrbuches des OÖ Musealvereins (heute Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalschutz) samt Beihefte von 1835 – 2000 online gestellt. Die Datenbank ist nach einzelnen Artikeln geordnet und kann nach Stichworten durchsucht werden. Zum Beispiel sind dort auch alle Artikel von Höllhuber (der mit den Spinnwirteln) gelistet.

http://www.ooegeschichte.at/forschung/literatur/periodika/jahrbuch-ooe-musealverein/

„Man hat so viel gewürzt um den Geschmack von verdorbenem Fleisch zu verdrängen.“

Ich habe ja gesagt, dass ich hier auch Gedanken zum Thema posten werde. Sachen, die mir unterkommen, wenn ich über meiner MA-Recherche sitze. Hier ist der erste davon:

Ein Gedanke, den ich gestern hatte: Wir alle wissen ja, dass das „Viele Gewürze gegen den Geschmack von verdorbenem Fleisch.“ Blödsinn ist.
Ich habe mich aber gefragt, wo das her kommt. Jetzt kann es natürlich sein, dass das irgendwann (vielleicht im historikverliebten 19. Jhd) einem inspirierten Herrn aus der Feder geflossen ist.
Was, wenn das Ganze aber schlicht ein Missverständnis oder Übersetzungs- bzw. Überlieferungsfehler ist? Was, wenn es nie geheißen hat ‚verdorbenes Fleisch‘ sondern schlicht ‚altes Fleisch‘ – und zwar nicht im Sinn von schlecht sondern im Sinn von lang gelagert/konserviert.
Denn DAS kann ich mir gut vorstellen: Viele Gewürze gegen den Geschmack von LANG GELAGERTEM Fleisch. Ewig eingesurt, ewig geräuchert, ewig getrocknet, ewig eingesalzen kann das schon zum Hals raushängen und hat – vor Allem nach notwendigem, langem Wässern – wahrscheinlich nicht mehr SOOO den großartigen Geschmack. Besonders, wenn man das schon lange essen musste und wenn man weiß, wie gut dagegen frisches Fleisch schmeckt …