Es geht um Sex.

Jaaaa, jetzt hab ich eure Aufmerksamkeit, nicht wahr?

Aber nein, der Titel ist nicht nur Clickbait. Heute und hier geht es tatsächlich um Sex, nämlich um die Challenge „#pluckingroses“ meiner Freundin Agnes von der IG 14. Jahrhundert.

Die gesamte Challenge könnt ihr hier nachlesen, aber um Agnes zu zitieren:
„Ich möchte von euch für die Vermittlungsarbeit brauchbare Rekonstruktionen sehen, die sich rund um das Thema Sexualiät in der Geschichte drehen.“

Natürlich dreht es sich bei mir dabei um Küche und Ernährung.
Mittelalterliche Kulinarik enthält immer auch eine medizinische Komponente, weil alle Zutaten medizinische Eigenschaften haben, die sich an Galens 4-Säfte-Lehre festmachen lassen.

Für diese Challenge lag es also nahe in meinem Fundus nach Aphrodisiaka zu suchen. Entschieden habe ich mich schließlich für das Baghdad des 10. Jahrhunderts und Ibn Sayyar al-Warraq’s „Kitab al-Tabikh“.

Ein kurzes Rezept mit langer Wirkung:

„watercress: […] The leaves and the seeds are also touted as being highly aphrodisiac. Its ground seeds, for instance, are sprinkled on soft-cooked egg instead of salt for a sure and tried sexual stimulus. Rumor has it that it once caused a 30-day long erection, and the man who had it became the pride of his tribe.“

Und was soll jetzt der Koriander daneben?
Tja, das ist das Gegenmittel.

„coriander […] seeds: […] Soaked in water and sugar, they are used to help dry out semen and relieve intense erection.“

Denn wie ich die Leute da draußen kenne, probiert das garantiert jemand aus und ich will nicht für … Schäden an den Weichteilen verantwortlich sein. 😉

(Die weichgekochten Eier mit den Kressesamen schmecken übrigens auch ganz hervorragend … )


Nasrallah, Nawal (Ed. Transl.) „Annals of the Caliphs‘ Kitchens – Ibn Sayyar al-Warraq’s Tenth-Century Baghdadi Cookbook“ Islamic History and Civilization, Volume 70, Koninklijke Brill NV, Leiden, 2007

2 Gedanken zu „Es geht um Sex.“

  1. Hallo Christa,
    ich habe da mal eine Frage zu den Kressesamen. In den „annals“ ist die Rede von watercress, also Brunnenkresse, die in England sehr häufig serviert wird und auch deutlich anders schmeckt, zumindest die grüne Pflanze.
    – Hast diese Samen, oder die von der hier üblichen Gartenkresse verwendet.
    – Waren diese Samen für die Aussaat bestimmt, dann wären sie womöglich gebeizt?
    Ansonsten ein sehr interesannter Artikel!

    Liebe Grüße
    Peter

    1. Hallo Peter 🙂

      Es war Brunnenkresse und die Samen kommen von einem Biobauern hier in der Nähe – daher nehme ich nicht an, dass die irgendwie behandelt waren.

      Liebe Grüße
      Christa

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