Eine Wurst aus Ei und Käse

Im Liber de Coquina gibt es ein interessantes Rezept: eine vegetarische Wurst. Natürlich ist diese Art von Gericht vor Allem als Fastenspeise gedacht. Hier zunächst einmal der Text:

„7.58 (Aliter): recipe budellum bene lotum cum aqua calida et sale. Deinde ova debatuta, caseum grattatum, safranum, species et herbas odoriferas tere et misce simul; et hiis budellum impleatur. Postea ponatur ad bulliendum in aqua calida. Deinde assetur in craticula.“

„(Auf andere Art): nimm mit Wasser und Salz gut ausgewaschenen Darm. Dann zerstoße geschlagene Eier, geriebenen Käse, Safran, Gewürze und aromatische Kräuter und vermische sie, und damit wird der Darm gefüllt. Nachher wird es in heißes Wasser zum  Kochen aufgesetzt. Dann wird es auf dem Rost gegrillt.“

(Maier, Robert (HG, Übers.) „Liber de Coquina – Das Buch der guten Küche“ Robert Maier, Freising 2005 – 2017, LC II (7), S. 103)

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GLD Jahrbücher 1835 – 2000 Online

Das „Forum OÖ Geschichte“ hat alle Ausgaben des Jahrbuches des OÖ Musealvereins (heute Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalschutz) samt Beihefte von 1835 – 2000 online gestellt. Die Datenbank ist nach einzelnen Artikeln geordnet und kann nach Stichworten durchsucht werden. Zum Beispiel sind dort auch alle Artikel von Höllhuber (der mit den Spinnwirteln) gelistet.

http://www.ooegeschichte.at/forschung/literatur/periodika/jahrbuch-ooe-musealverein/

„Man hat so viel gewürzt um den Geschmack von verdorbenem Fleisch zu verdrängen.“

Ich habe ja gesagt, dass ich hier auch Gedanken zum Thema posten werde. Sachen, die mir unterkommen, wenn ich über meiner MA-Recherche sitze. Hier ist der erste davon:

Ein Gedanke, den ich gestern hatte: Wir alle wissen ja, dass das „Viele Gewürze gegen den Geschmack von verdorbenem Fleisch.“ Blödsinn ist.
Ich habe mich aber gefragt, wo das her kommt. Jetzt kann es natürlich sein, dass das irgendwann (vielleicht im historikverliebten 19. Jhd) einem inspirierten Herrn aus der Feder geflossen ist.
Was, wenn das Ganze aber schlicht ein Missverständnis oder Übersetzungs- bzw. Überlieferungsfehler ist? Was, wenn es nie geheißen hat ‚verdorbenes Fleisch‘ sondern schlicht ‚altes Fleisch‘ – und zwar nicht im Sinn von schlecht sondern im Sinn von lang gelagert/konserviert.
Denn DAS kann ich mir gut vorstellen: Viele Gewürze gegen den Geschmack von LANG GELAGERTEM Fleisch. Ewig eingesurt, ewig geräuchert, ewig getrocknet, ewig eingesalzen kann das schon zum Hals raushängen und hat – vor Allem nach notwendigem, langem Wässern – wahrscheinlich nicht mehr SOOO den großartigen Geschmack. Besonders, wenn man das schon lange essen musste und wenn man weiß, wie gut dagegen frisches Fleisch schmeckt …

Unsere neuen Schaftleuchter

Mitte Februar haben wir historisch passende Schaftleuchter bekommen und können damit unsere Pseudeo-Mittelalter-Öllampe in Pension schicken. Die neuen Lampen wurden von Anna Axtmann nach Vorlagen aus dem 12. Jahrhundert gemacht. Der Ton entspricht dem Pingsdorfer Keramik.

Schaftleuchter
Unsere neuen Schaftleuchter nach Vorlagen aus dem 12. Jahrhundert.
Schaftleuchter
Detailaufnahme.

Wir sind von der Lichtqualität der Lampen echt überrascht. Die Flammen brennen fast rauch- und geruchlos mit einer hellen, gelblich-weißen Flamme. Jeder Docht gibt etwas weniger Licht als eine moderne Kerze. Als Dochte haben wir gewickelten Leinenstoff verwendet. Sie waren ca. 3 mm dick.

Brennende Öllampe

Hier möchten wir aber noch verschiedene Dochtformen testen. Vor allem möchten wir noch dickere Dochte ausprobieren, um zu sehen, ob damit die Flammen größer werden.

Auch ansonsten sind wir mit dem Lampen zufrieden. Vorsichtshalber haben wir sie auf einen Teller und ein Blatt Küchenrolle gestellt, weil wir wissen wollten, ob eventuell Öl durch den Ton sickert. Wir haben eine Lampe fast eine Woche mit gefüllter Schale stehen lassen, ohne dass etwas durchgedrungen wäre. Am Farbunterschied auf dem letzten Foto sieht man aber, dass der Ton durchaus Öl aufgenommen hat.

Öllampe nach der ersten Benutzung

Bloggeburt

Ein Blog! Noch eines!

Ist das notwendig?
Für andere wahrscheinlich nicht, für uns schon.

Wie in unserem „Über uns“ zu lesen, beschäftigen wir uns mit der Darstellung des 12. Jahrhunderts. Und da gibt es Vieles, worüber wir nachdenken, was wir ausprobieren oder auch Dinge, die uns einfach nur unterkommen und die wir festhalten wollen.

Dies wird also mit großer Wahrscheinlichkeit keines dieser „Ich habe einen Artikel geschrieben“-Blogs.
Ausführliche Artikel zu verschiedenen Themen wird es war sicher auch geben aber eben bei Weitem nicht nur.
Wir möchten einen Ort haben an dem wir spannende Schnipsel festhalten, teilen und wiederfinden können auf die wir beim Lesen von Fachliteratur stoßen.
Gedanken zur ‚Szene‘ oder zum Umgang mit Besuchern werden vorkommen.
Auch von Beziehungen der Vereine und Vereinigungen unter einander möchten wir erzählen.
Interessante Links aus den Tiefen des Netzes werden sich (hoffentlich) ansammeln.
Das eine oder andere zur Veranstalterseite (seien das Museen, Schulen oder der eine oder andere normale Mittelaltermarkt) kommt sicherlich auch noch dazu.
Alles Mögliche eben. Mal kurz, mal lang, mal durchdacht, mal knapp notiert.

Wer gerne mitlesen möchte ist herzlich willkommen.